Die kleinen Dinge des Lebens

4. Oktober 2015

Immer wieder sonntags #40

An diesem Wochenende haben wir uns nach sehr langer Zeit wieder eine kleine Auszeit in Butjadingen gegönnt. Direkt am Wasser finde ich dort immer wieder mein Wohlfühlglück. Eigentlich hätten wir noch genügend zu Hause zu tun gehabt, aber das schöne Wetter hat uns überzeugt, alles stehen und liegen zu lassen und mit dem Wohnmobil loszufahren.
Als ich dann gestern Abend total relaxt nach einem wunderschönen, sonnigen Tag meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen bin (ganz in Ruhe aufs Wasser gucken) und beobachtet habe, wie die Wellen an das Ufer schlugen und die Sonne langsam am Horizont untergegangen ist, hatte ich endlich mal wieder Zeit, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen.

Kraft
Es war schon so einiges los im vergangenen Jahr. Richtig zum Nachdenken bin ich aber nie gekommen. Das Jahr hat mich förmlich überrannt – Blog, Hausbau und vieles mehr. Der Hausbau ging so schnell, dass ich gar nicht darüber nachdenken konnte, welcher Handwerker eigentlich gerade was an unserem Haus baut. Auch die schönen Dinge des Lebens kamen in dieser Zeit zu kurz – selbst gemütlich in der Wanne zu liegen und den Stress der vergangen Stunden abzustreifen dauerte mir zu lange und ich fand keine richtige Entspannung. Spaziergänge waren total gestrichen; in der  Zeit konnte ich schließlich schon wieder auf der Baustelle arbeiten. Nur die Zeit für mich, die Minuten für mich ganz alleine, die kamen zu kurz. Ich fühlte mich wie ein Karussell, in das immer mehr Fahrgäste aufspringen wollten.
Jetzt ist alles geschafft und an so freien Abenden wie gestern, frage ich mich wie wir das geschafft haben. Wie konnte ich nur so viele Ressourcen bereitstellen?
Mein Leben war immer schon sehr abwechslungsreich und niemals langweilig, aber es blieb immer wieder Zeit um Kraft zu tanken. Was mir diese Kraft im Alltag gibt?

Es sind die kleinen Dingen des Lebens. Die Meditation, die tagtäglichen Runde im Wald, das Lächeln der Bäckereiverkäuferin, das freundliche Guten Morgen der Kollegin, der tolle Garten auf dem Weg ins Büro, das Lieblingslied aus dem Radio beim Zähneputzen. Es sind keine großen Taten, die das Leben für mich lebenswert machen. Lieber sollte man sich über die kleinen Aufmerksamkeiten freuen, die das Leben bereit hält. Das ist aber oftmals der entscheidende Punkt.
Wir müssen voller Dankbarkeit die Geschenke des Lebens annehmen und mit offenen Augen durch die Welt gehen und ihre Schönheit erkennen. Jeder sollte sich einen Kraftort suchen, an den er sich immer wieder kurz zurückziehen kann. Wo wir alles hinter uns lassen können und gestärkt in den Alltag gehen können. Für mich ist dieser Ort ganz klar das Wasser – nichts neues für euch 😉 Da ich aber nicht an der Küste lebe und ich mir jeden Tag eine kleine Auszeit gönnen möchte, habe ich für mich jetzt auch den Wald entdeckt, um meine Kraftreserven wieder aufzufüllen. Gerade jetzt im Herbst ist es wunderschön morgens durch den Wald zu walken. Diese frische klare Luft; das Rascheln der Blätter; die Schatten, die die Sonne durch die Baumwipfel wirft. Ich bin jedesmal fasziniert von diesem Naturschauspiel. Und merke, wie viel Kraft mir das schenkt. So überstehe ich auch die anstrengenden Zeiten im Leben.

Der Augenblick ist kostbar
Wie das Leben eines Menschen.
(Friedrich Schiller)

Wie schöpft ihr Kraft im Alltag?
Bis bald,
eure Anke

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7 Kommentare zu “Die kleinen Dinge des Lebens

  1. Liebe Anke, wir haben viel gemeinsam. Ich liebe das Wasser, ich schwimme nicht oder so aber ich kann den ganzen Tag am Wasser sitzen und entspannen. So waren wir schon öfter in Cornwall und da kann man das so toll machen. Ich wollte dort sogar schon(will es immer noch!) ein Haus direkt an der Küste kaufen. Du hast auch total recht, in all dem Stress vergisst man sich selbst schnell und ich kann das gut nachvollziehen. Als wir ein Haus bauten, hatte ich auch gedacht, dass wir das alles gar nicht schaffen aber irgendwie haben wir es doch hingekriegt. Ganz leibe Grüße an Dich, Kirsten

    http://www.thelifbissue.com

    1. Liebe Kirsten,
      schön, dass wir unsere Liebe zum Wasser teilen :-) Ein Haus an der Küste ist aber auch ein wirklich schöner Traum – den kann ich bestens nachvollziehen..! Vielen Dank für deine lieben Worte und liebe Grüße zurück, Anke.

  2. Die Welt ist ein Dorf – ich als Münchnerin kenne Butjadingen, wir haben tatsächlich mal dort mal Urlaub gemacht!

    Der Beitrag gefällt mir gut, da ich selbst momentan auch wieder verstärkt auf diese „kleinen Dinge“ achte und mich daran freue: eine Ampel, die so lange grün bleibt, bis ich vorbeigefahren bin, zum Beispiel. Zwei Sätze Smalltalk an der Supermarktkasse. Eine dicke Amsel, die durch den Garten hopst und mich grantig anschaut (sie hat Angst, daß ich ihr die Würmer wegfresse, vermute ich).

    Entspannen kann ich überall, wo es ruhig ist, aber meine liebsten Kraftorte liegen zum einen hoch über den Weinbergen in der Südsteiermark, zum anderen in einer kleinen Stadt am Solling, in der mein Paps aufgewachsen ist und wo heute noch eine liebe Tante von mir lebt.

    Als ich ein Kind war, hat sie den Namen „Betsi, die bunte Kuh“ erfunden…

    Ich sollte ihr mal wieder einen Brief schreiben.

    Viele Grüße und schönen Mittwoch, allerseits!

    1. Das ist ja witzig – die Welt ist echt klein. Schön, dass dir der Beitrag gefällt. Das freut jmich sehr. Und die Weinberge als Kraftort kann ich mir auch bestens vorstellen. Eine schöne Woche dir. Viele Grüße Anke

  3. Da hast Du vollkommen recht, liebe Anke. Man sollte nie den Blick für die schönen Dinge des Lebens verlieren, auch wenn es manchmal nur kleine Dinge sind.

    Wasser entspannt mich auch sehr. Am besten natürlich das Meer. Am Abend in den Dünen sitzen, das Rauschen der Wellen hören, auf die Ferne des Horizonts schauen und dabei noch einen schönen Sonnenuntergang erleben, das ist nicht nur entspannend, sondern bringt auch immer einen Gefühlsmix aus Dankbarkeit, Demut, Freiheitsgefühl und zugleich Geborgenheit mit. Es lässt sich schwer beschreiben.. auf jeden Fall finde ich, dass es irgendwie die Seele berührt…

    Da ich aber auch nicht am Meer wohne, entspanne ich dann zu Hause im Bett auch ganz gut 😉

    1. Ich finde du hast schöne Worte dafür gefunden 😉 Vielen Dank dir dafür! Haha und das Bett ist natürlich auch immer eine gute ALternative. Liebe Grüße Anke

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