Eine kölsche Powerfrau

31. März 2015

Mit fünfzig sollte man seine neu gewonnene Freiheit nutzen und sich nochmal so richtig verwirklichen – da sind Annegrit Arens und ich uns einig. Wenn die Kinder aus dem Haus sind und eine neue Form der Unabhängigkeit auf einen zukommt, ergeben sich ganz neue Perspektiven. So erging es mir – und offenbar auch der erfolgreichen Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Ich hatte das Vergnügen, dass Annegrit Arens mich kürzlich in Bremen besucht hat und dazu extra aus Köln angereist ist.

Die Karriere als Schriftstellerin war zunächst aber nicht in Annegrit Arens Plan vorgesehen. Sie begann als Deutschlehrerin, und arbeitete u.a. als Eheberaterin. Und wie ist sie dann zum Schreiben gekommen? Sie begann, nebenbei Unterrichtsmaterialien zu entwickeln, weil ihr die bestehenden nicht zusagten, erzählt sie – und dabei entdeckte sie ihr Talent und die Freude an dieser Arbeit. Ihr erster Roman, den sie Anfang der Neunziger schrieb, wurde nie veröffentlicht. Wirklich schade! „Mom schafft das mit links“, der zweite Roman, schaffte es jedoch an die Öffentlichkeit und war auf Anhieb ein Bestseller. Darauf folgten viele weitere Romane und große Erfolge. Vier ihrer Bücher wurden sogar für die ARD verfilmt und zwar mit so großartigen Schauspielern wie Simone Thomalla, Ralf Richter, Hardy Krüger oder Gudrun Landgrebe.

Der neue Roman der Erfolgsautorin ist vor kurzem unter dem Titel „Die Maybachs – Mädchenspiele“ im Verlag edition fredebold erschienen. Dieser erste Teil einer Trilogie befasst sich mit der jungen Lena. Sie ist mit ihren fünfzehn Jahren mitten in der Pubertät und hat ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter. Lena probiert das „Frausein“ aus und buhlt mit ihrer Mutter um die Aufmerksamkeit des geliebten Vaters. Ein klassischer Mutter-Tochter-Konflikt also (kommt mir da etwas bekannt vor?) und natürlich auch autobiografisch eingefärbt. „Das ist ja auch durchaus heute noch aktuell. Damit können sich bestimmt einige junge Mädchen identifizieren. Den Zeitgeist der Sechziger Jahre, den ich aufgegriffen habe, den wird allerdings nur unsere Generation verstehen,“ sagt Annegrit Arens. Ich wusste sofort, was sie damit meint. Direkt als ich die ersten paar Seiten von „Mädchenspiele“ gelesen hatte, fühlte ich mich in die Zeit zurückversetzt, in der ich quer durch Bremen gefahren bin, weil es hier nur einen einzigen Friseur gab, der eine Bananeneinschlagfrisur machen konnte. Das waren noch Zeiten 😀

20150325-IMG_6651   20150325-IMG_6652  20150325-IMG_6639

„Der zweite Teil der Trilogie geht ganz tief“, sagt Annegrit Arens mit einem Lächeln. Na toll, das macht mich ja überhaupt nicht neugierig! 😉 Da muss ich mich wohl noch etwas in Geduld üben, denn die Veröffentlichung der Fortsetzung ist noch eine Weile hin – wie ihr wisst, ist Geduld absolut keine Stärke von mir. Als allein erziehende Mutter von vier Söhnen, war es bestimmt nicht einfach so viele Romane zu schreiben. Spielt einem die Möglichkeit, von Zuhause aus arbeiten zu können, dabei in die Karten? „Ich bin ein absoluter Nachtmensch“, erklärt mir Annegrit Arens. „Tagsüber habe ich mich um meine Söhne gekümmert und am Abend war dann das Schreiben dran. Das Kostbarste, was ich habe, ist meine Zeit.“ Und die weiß Annegrit Arens offenbar effektiv zu nutzen, denn mittlerweile hat sie über sechzig Romane verfasst. Unglaublich! Obwohl ihre Söhne aus dem Haus sind und alle ihren eigenen Weg gehen, pflegt sie – genau wie ich – ein enges Verhältnis zu ihren Kindern und legt großen Wert auf ihre Meinung: „Ich lasse mir von keinem so schnell etwas sagen, außer von meinen Kindern. Die nehme ich ernst!“

Work-Life-Balance, ja, auch damit kann Annegrit Arens etwas anfangen.Als Ausgleich zum Schreiben bewegt sie sich sehr gern und viel. Dabei beschränkt sie sich nicht auf nur eine Sportart: Joggen, Yoga, Walken, auch gerne mal Inlineskaten direkt am Rhein – ich bin stark beeindruckt. 😀 Bloß reiten kann sie leider nicht mehr, weil sie sich drei Mal das Handgelenk gebrochen hat. Auch wenn Annegrit Arens immer noch viel Action in ihrem Leben hat, weiß sie, dass man manchen Dingen ihren Lauf lassen sollte: Nach dem Motto „Alles kann, nichts muss!“

20150325-IMG_6682

Ich bin beeindruckt von dieser Powerfrau, die genau weiß, was sie will und was nicht. Neben ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter hat sie es geschafft eine tolle Karriere hinzulegen, deren Ende noch lange nicht in Sicht ist. Ich gehe mal wieder total motiviert aus diesem Gespräch hervor und freue mich, die Bekanntschaft von Annegrit Arens gemacht zu haben. Hoffentlich lässt der zweite Teil der Maybach-Trilogie nicht zu lange auf sich warten :-)

Bis bald,
eure Anke

P.S. Seid gespannt – für Donnerstag habe ich, zusammen mit Annegrit Arens und edition fredebold, noch eine kleine Überraschung für euch vorbereitet!

In Kooperation mit edition fredebold.

Mit Freunden teilenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

3 Kommentare zu “Eine kölsche Powerfrau

  1. Hab mir das Interview grade angeschaut und bin begeistert ,das Buch ist sicher sehr interessant von der Thematik! Schöner Beitrag ,Danke <3

    Liebe Grüße!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *