Was für ein Hundeleben

16. September 2015

Also ich muss mich hier jetzt ja auch langsam mal zu Wort melden. Ständig wird über mich gesprochen, aber nie kann ich meinen Senf dazu geben. Wer ich bin? Na Shila, die brave Hündin von Frauchen Anke. Das Leben war seit Anfang des Jahres nicht gerade leicht für mich. Ich bin ja noch ganz klein, besonders wenn es um Streicheleinheiten und Zuwendung geht, ich werde ja erst drei am 10. Oktober.

11998404_979896598698495_939302060_n

Im Februar ging unsere Bauphase los – also nicht meine direkt, aber man gehört ja zur Familie – die von meinem Frauchen und Herrchen. Es begann mit dem Richtfest, schlau wie meine Herrschaften sind, sind wir alle drei mit dem Wohnmobil zum neuen Haus gefahren. Tatsächlich durfte ich auch eine Stunde mit. Es kamen ganz viele Leute zu Besuch und ich hatte wirklich meinen Spaß. Allerdings fand ich etwas unverschämt, dass die Gäste nur etwas für die Bauherren mitgebracht haben. Wo blieben meine Leckerlies? Aber ich bin ja pfiffig und habe mich dann einfach am kalten Buffet postiert und gewartet bis was für mit abfällt. Das wurde Frauchen leider zu bunt und ich musste ins Wohnmobil. Die Sachen, die am allermeisten Spaß machen, sind erfahrungsgemäß verboten. Naja… Alle waren am Feiern und ich musste mich mit einem Knochen zufrieden geben.

Ab dann ging es bei uns rund, lange Spaziergänge waren nur noch eine Seltenheit. Dauernd lagen Zeichnungen und Prospekte rum und alles drehte sich um irgendwelche Handwerker. Ich hörte immer wieder: „Ach Shilchen, bald wird alles 984659642001632590_1495117794besser und wir haben wieder mehr Zeit für dich.“ So nennen sie mich immer, wenn sie bei mir Punkten wollen. Aber woher soll ich wissen was „bald“ bedeutet? Aus heutiger Sicht glaube ich bald ist eine ganz ganz lange Zeit. Irgendwann standen dann nämlich auf einmal überall Kartons in unserem Haus. Erst dachte ich sie haben mir neues Spielzeug gekauft, aber so viel in jedem Raum? Dann bin ich dahinter gekommen, dass sie einen Hindernisparcour für mich gebaut haben. Das ist natürlich für eine Sportskanone wie mich absolut kein Problem. 😉 Wenn man den gemeistert hat, kann man in die Kartons springen und die Zeitung darin zerfetzen. Frauchen fand das gar nicht witzig. Ich bin froh, dass Herrchen an dem Tag zuerst nach Hause kam, der ist nicht ganz so streng wie Frauchen. Sie erklärt anderen Leuten immer, dass sie es geschafft habe zwei Kinder zu erziehen, dann werde ihr das auch mit mir gelingen. Hoffen kann sie ja. 😉

Herrchen hat dann erstmal aufgeräumt und hat mir unmissverständlich erklärt, dass das Umzugskartons sind und mein Frauchen mit den Zeitungen das Geschirr einpacken wollte. Schon verrückt, was Menschen alles mit Papier anstellen. Das hätten sie ja auch einfach früher sagen können…

Ab und zu kamen auch meine Menschengeschwister und haben mit mir gespielt, aber ich musste feststellen, dass meine Menschenschwester nicht mehr so gut zu Fuß war. Ich weiß von Frauchen, dass Menschen es nicht so gerne hören, dass sie zunehmen, aber irgendwie wurde meine Spielkameradin immer runder. Komisch!

12032433_979896715365150_1374323959_n

Dann kam der Umzug und da war es manchmal mit der Geduld meines Frauchens zu Ende. Immer hörte ich: „Man Shila, du stehst überall im Wege, du siehst doch dass ich da hin muss, ich denke du bist so ein schlauer Hund.“ Natürlich bin ich ein schlauer Hund. Australien Shepherds sind schließlich bekannt dafür. Aber es muss sich für mich schon lohnen schlau zu sein. Leckerli suchen ist zum Beispiel etwas, das sich immer für mich lohnt. Dafür nicht im Weg zu stehen habe ich noch nie ein Leckerli bekommen. Aber ich weiß ja, dass sie es nicht so gemeint hat.

Die erste Nacht im neuen Haus war natürlich spannend. Ist ganz cool die neue Hütte. Da meine Herrschaften alle Wohnräume ebenerdig haben, bin ich immer mittendrin. Total super ist für mich, dass mein Frauchen jetzt von zu Hause aus arbeitet. Wenn die Kundinnen kommen muss ich erst hinter die Glasschiebetür. Dann gibt es für mich zwei Möglichkeiten: Entweder die Menschen gehen sofort die Treppe zum Studio hoch oder aber sie fragen Frauchen, ob sie mich mal streicheln dürfen. Die zweite Variante ist mir natürlich die liebste, manche bringen mir sogar etwas mit, die Leute sind besonders nett.

12023195_979896615365160_946585451_n

Aber was ist denn nun mit meiner „Menschenschwester“ los? Sie wurde immer dicker und dicker und ständig fiel das Wort „Baby“. Ob das was zum spielen ist? Oder müssen wir etwa schon wieder umziehen? Langsam reicht mir dieses Rumgeräume. Frauchen wurde auch schon wieder von Tag zu Tag unruhiger. Alles sprach für einen Umzug, abgesehen vom dicken Bauch vielleicht. Aber dann wurde mir eines Tages auf einmal „Baby“ vorgestellt. Das ist ein neuer Mensch! Ein Junge, der jetzt noch sehr klein ist. Manchmal riecht er auffallend gut und manchmal auffallend schlecht, ich hoffe das bekommt er noch in den Griff! Ich hab ihm dann vorsichtshalber mal meinen Ball gebracht, da ich ja weiß, dass viele Jungen gerne Fußball spielen. Aber anstatt mit mir über die Wiese zu flitzen, wird er in einem großen Wagen durch die Gegend gefahren – da will man einmal schlau sein. Eigentlich komisch, weil ich damals auch gleich laufen und Ball spielen musste. Aber Frauchen hat gesagt, dass er bald mit mir Ball spielen wird. Nun weiß ich ja, dass „bald“ ziemlich lange dauern kann, aber ich freue mich trotzdem schon darauf.

12000009_979896728698482_1974881496_n

Letzte Woche staunte ich nicht schlecht: Unser Wohnmobil wurde das erste Mal auf die neue Auffahrt gefahren. Das heißt fast immer Urlaub und das Beste ist, ich darf immer mit! Als die Tür aufging war ich die Erste. Zack gleich auf meinen Platz und ruhig verhalten – bloß keinen Stress! Leider musste ich noch zwei Tage warten bis es los ging. Frauchen muss ja vorher immer alles putzen, das nimmt sie meiner Meinung nach viel zu genau. Samstag ging es los, endlich ans Wasser, so viel hatte ich in den letzten Tagen mitbekommen. Wieder nach Fehmarn, da waren wir im letzten Jahr auch schon. Ich bin zwar keine Wasserhündin – bis zu den Beinen ist okay, aber man muss ja nicht übertreiben – aber direkt am Wasser gefällt es mir trotzdem gut. Meine Herrchen bewegen sich im Urlaub viel, deshalb machen wir ganz viele Spaziergänge. Direkt nebenan wohnt eine Golden Retriever Hündin, mit der ich mich super verstehe. Ich finde eigentlich in jedem Urlaub neue Freunde. Die Leckerlies nebenan schmecken auch vorzüglich, da kommt man gerne zu Besuch.

In diesem Urlaub wurde ich für die ganzen Strapazen entschädigt. Wir haben ganz viel zusammen unternommen, getobt und geschmust. Frauchen hat mich außerdem ganz viel geknipst mit ihrem Handy: „Shila guck mal hier. Was hab ich hier denn?“ Meistens hatte sie gar nichts Besonderes und sie wollte nur, dass ich gucke. Aber ich habe trotzdem gerne mitgemacht, weil sie so viel Spaß dabei hatte. Ich hoffe euch gefallen die Bilder. Jetzt geht’s auch wieder nach Hause. Dann gehen wir morgens wieder walken und ich habe zwischendurch mal wieder meine Ruhe. Fast ein bisschen Stress so ein Urlaub. 😉

Haltet die Ohren steif,
eure Shila

Mit Freunden teilenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

6 Kommentare zu “Was für ein Hundeleben

  1. Oh wie schön Du das geschrieben hast liebe Shila 😉 !!!! Ja so ein Leben zwischen Menschen ist nicht immer leicht zu verstehen. Sie ticken doch manchmal etwas seltsam 😉

    Ich denke aber liebe Shila, Du hast es mit Deinen Menschen sehr gut getroffen und hoffe, dass Du weiterhin viele glückliche Jahre mit Deinem Menschen- Rudel verbringen darfst :-)

  2. Liebe Anke,
    ich war auch kürzlich mit meinem Hund in Urlaub – auf Sylt! :) Er hat das auch total genossen. Aber toll, wie viel Gedanken sich Deine Shila im Urlaub gemacht hat. 😉 Manchmal braucht man einfach mal die Zeit dafür…
    Ich finde den Beitrag so schön, dass ich ihn auch gleich auf meinem Blog gepostet habe: http://chefsache-hund.de/
    Viele Grüße
    Kai-Uwe

    1. Wir mögen Sylt auch alle sehr – inklusive Shila :) Vielen Dank für den Re-Post, es freut mich, dass die der Beitrag gefallen hat. Liebe Grüße Anke

  3. Schön dich mal kennenzulernen Shila und toll das Leben aus Sicht eines so netten Hundes zu lesen.
    Ich sollte wohl mal meinen Kater fragen, was er so denkt über sein Leben. Aber ich weiß es fast eh schon, er denkt er wäre der König und wir seine Untertanen 😉
    Liebe Grüße Ela

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *