Immer wieder sonntags #12

4. Januar 2015

Heute verrate ich euch eine weitere Leidenschaft von mir, neben meiner Leidenschaft für Wasser, Sonne, Wind und die Küste. Da gibt es noch etwas, was ich sehr gerne mache. Ich stöbere schrechklich gerne. Klar, auf welche Frau trifft das nicht zu? Aber ich stöbere nicht nur gerne nach Bekleidung, Schuhen oder Deko, sondern mit Vorliebe in Bücherläden. Allerdings nicht in großen Buchhandlungen, sondern in kleinen, gemütlichen Bücherläden.

Bücherstuben

Kennt ihr auch solche Bücherläden? Ihr kommt in solch einen Laden und fühlt euch sofort zu Hause. Das passiert mir immer in solchen Läden, von unten bis oben voller Büchern. Dazu noch Kunstwerke, Tee und vielen anderen Dingen, die dort neben Büchern angeboten werden. Also, so richtige, urige Bücherstuben mit knarrendem Fußboden, dem Geruch nach Büchern und dem leckeren Tee, der meistens noch als Verkostung angeboten wird. In solchen Bücherläden kann ich mich verlieren.
Auf den kleinen, nordfriesischen Inseln gibt es sehr viele von diesen Geschäften und wenn dann der steife Ostwind um die Häuser fegt, gibt es für mich nichts schöneres als mit einem freundlichen „Moin Moin“ in diesen „Stuben“ einige Zeit zu verbringen.
Aber wie es so ist im Leben, kann ich nicht immer nur Urlaub machen oder auf solch eine Insel ziehen, um täglich Stunden in diesen Bücherstuben zu verbringen.

Um so mehr freute es mich, als ich im letzten Harzurlaub (Jahreswechsel 2013/2014) in Goslar – Hahnenklee auch so eine Bücherstube gefunden habe. Schon im letztem Jahr stöberte ich einige Zeit in diesem beschaulichen Laden. Inhabergeführt und ein Ambiente wie auf den Inseln,…da konnte ich nicht widerstehen. Ich kam mit der Inhaberin Frau Groß ins Gespräch und sie war super bemüht mir ihr Angebot vorzustellen. Als es mir dann aber doch in meiner „Winterkluft“ zu warm wurde, verabschiedete ich mich von ihr, mit dem Versprechen sie im nächsten Urlaub wieder zu besuchen.

Nachdem wir uns kurzfristig entschieden hatten, den Jahreswechsel wieder im Harz zu verbringen, war es für mich klar, dass ich die nette Dame im Bücherladen wieder besuchen musste. Das nette Gespräch aus dem vergangenen Jahr beschäftige mich schon einige Zeit, bevor ich ihr einen Besuch abstatten konnte. Hoffentlich hat sie das Geschäft noch. Nicht, dass sie es aus irgendwelchen Gründen aufgeben musste…?!
Voller Vorfreude suchte ich am Samstagnachmittag ihr Geschäft in der Hindenburgstraße auf. Als ich schon von Weitem das schön beleuchtete Geschäft sehen konnte, freute ich mich riesig. Ich betrat den Laden und da war es wieder. Diese heimelige Gefühl angekommen zu sein. Und Frau Groß erinnerte sich sogar noch an mich. Sofort kamen wir wieder ins Gespräch, als ob nicht ein Jahr zwischen den Besuchen lag, sondern vielleicht nur ein Tag. Sie erzählte mir von den Höhen und Tiefen in ihrem Geschäftsleben. Das eben doch sehr viele Menschen ihre Bücher online bestellen, was sie sehr betrübt.

Was machen wir alle, wenn es diese Bücherstuben nicht mehr gibt? Keine fachliche Beratung, kein freundliches Gespräch, kein Verweilen mehr?! Für mich würde eine Kindheitserinnerung verloren gehen, denn in solchen Läden gibt es noch so viele Kleinigkeiten mit  ganz besonderem Charme. Ob es nun ein besonderer Tee ist, ein handgefertigten Pullover, eine schöne besonders geformte Kerze. Nichts zu vergessen, der einmalige Geruch nach Büchern und Geschichten. In keiner großen Buchhandlung oder gar im Internet bekommt man den dazu.

Auch in diesem Jahr wurde es mir nach einiger Zeit wieder zu warm in meiner Winterkluft. Ich fragte sie aber noch, ob ich Sie in ihrem Geschäft fotografieren dürfte, machte auch schnell noch ein Bild von außen und versprach ihr sie im nächsten Harzurlaub wieder zu besuchen.

Diese alt-eingesessene Bücherstube wiedergefunden zu haben und ein sehr nettes Gespräch geführt zu haben, mit ganz viel Hoffnung und Erinnerungen, das war mein erstes Wohlfühlglück in diesem neuen Jahr. Was hat euch in diesem Jahr schon so richtig glücklich gemacht?

Bis bald,

eure Anke

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