Immer wieder sonntags #13

11. Januar 2015

In dieser Woche konnte man immer wieder in den Medien lesen und hören, wie sehr uns Sturm Felix zu schaffen macht. Schlagzeilen wie „Bahn-Chaos und hunderte Feuerwehreinsätze„, „Sturmflut und Eisglätte“, „Abgedeckte Dächer und mehrere Verletzte durch den tobenden Sturm Felix“ waren keine Seltenheit. Die vergangene Woche erinnerte mich darum wieder einmal daran, welche Kraft und unendliche Macht unsere Natur hat. Wenn ich mir am Abend die Nachrichten angesehen habe und gebannt auf den TV geguckt habe, wie Dächer scheinbar mühelos durch die Gegend schwebten, wie Bäume einfach wie Streichhölzer abknickten. Unfassbar… Der Mensch, der „Herrscher über unsere Welt“, ist machtlos.

NaturSylt

Wie machtlos man gegenüber Naturgewalten ist, musste ich in meinem Leben schon mehrmals erleben. Ihr wisst ja, dass ich eine Vorliebe für die See und Küste habe. Wenn ich dann entspannt am Deich entlanggehe und vor mir die unendliche Weite sehe, das Wasser wie ein großer Spiegel, wie glatt gebügelt, muss ich auch unweigerlich an andere Zeiten denken, die nicht so entspannt waren. Bevor wir zu den Wohnmobilfahrern umgesiedelt sind, hatten wir 20 Jahre ein großes Motorschiff. Für mich war das damals das Größte, mit dem eigenen Schiff die Küste und die Inseln zu bereisen.

Aber es gab auch Zeiten, da habe ich mir gewünscht, mich schnell wieder auf das Festland zu beamen 😉 Bei strahlendem Wetter losgefahren, dann kam plötzlich Seenebel auf, die Sicht verringerte sich auf unter 50 Meter, die angenehme Brise wurde zum leichten Wind und dann ganz schnell zum Sturm. Trotz GPS und Wetterwarner, die den plötzlichen Wetterumschwung auch nicht immer vorhersehen konnten, konnten wir nicht anderes tun, als die Ruhe zu bewahren. Nicht mehr vernünftig meine „Arbeit“ an Deck verrichten zu können, den beißenden und peitschenden Wind in meinem Gesicht zu spüren und nichts mehr zu sehen als nur Wasser – da war kein schönes Gefühl.

Als ich in dieser Woche die Schlagzeilen von den unter dem Sturm leidenden Menschen gelesen habe, kamen mir unsere unzähligen Situationen auf dem Wasser wieder in den Sinn. Nach unseren Sturmfahrten unbeschadet abends in den sicheren Hafen einzulaufen und klar Schiff zu machen, das war damals mein Wohlfühlglück. Ich hoffe, dass die Sturmgeschädigten unter uns, auch wieder einen festen Halt gefunden haben.

Auch im täglichen Leben, gibt es von der leichten Brise bis zum Orkan alles, weil es zu Leben dazu gehört. Ich wünsche mir und euch, dass jeder von uns nach einem Sturm (egal wie er heißt oder wir stark er ist), immer wieder einen Liegeplatz in einem sicheren Hafen findet. Die Ruhe zu bewahren, nicht gleich alles hinzuschmeißen, achtsam mit sich selbst umzugehen und immer wieder den Weg in den sicheren Hafen zu finden – das ist mein Wohlfühlglück in dieser meist sehr stressigen Zeit.

Eine ruhige Zeit wünsche ich euch.

Bis bald,

eure Anke

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2 Kommentare zu “Immer wieder sonntags #13

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