Immer wieder sonntags #15

25. Januar 2015

Prokrastination, „Aufschieberitis“ – wie auch immer man es nennen mag. Ich leide darunter. Ich kann wichtige Angelegenheiten wie Steuererklärungen ewig lange vor mir herschieben, bis ich Tag und Nacht daran arbeiten muss. Immer alles auf den letzten Drücker. Leider zieht sich meine „chronische Aufschieberitis“ durch alle Bereiche des Lebens, das gilt auch für mich selbst und meinen Körper.

Ruhe

In der letzten Woche habe ich mich nach langer Zeit endlich zu einer Vorsorgeuntersuchung durchgerungen. Auf den Befund der Untersuchung musste ich bis Donnerstag warten. Die Wartezeit war furchtbar. Mir ist alles Mögliche durch den Kopf geschossen – kennt ihr das? Wie oft haben mir meine Familie und Freunde geraten, langsamer zu machen. Nicht immer so viel auf einmal. Mir auch mal selbst eine Pause gönnen. Meine Antwort war immer dieselbe. Ja ja, später. Im Moment habe ich keine Zeit. Dabei sollte man gerade so etwas nicht aufschieben. Und lieber einmal mehr auf den eigenen Körper – oder das Umfeld – hören. Die wissen es oftmals besser.

In den Tagen nach der Untersuchung habe ich mir viele Gedanken gemacht. Darüber, dass das Leben und der Körper manchmal einfach beschließen, es ist Zeit für eine Pause. Eine Zwangspause. Dann ist man erst einmal außer Gefecht gesetzt. Zum Beispiel durch eine richtig starke Grippe, mit der man erst mal das Bett hüten muss. Oder ein Unfall zwingt einen zum Richtungswechsel. So ist es erst kürzlich in meinem Bekanntenkreis passiert. Es ist so wichtig, sich in seinem Leben persönliche Freiräume zu schaffen und auf seinen Körper zu hören. Dann haben wir auch wieder Kraft, ausgeruht neue Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Natürlich kann ich jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und nichts mehr machen. Schließlich bin ich selbstständig. Aber ich glaube, ich habe da eine gute Lösung gefunden. Ich werde mir selbst ab jetzt ein wenig Zeit schenken. Mich nicht mehr ständig im Strudel der Hektik verlieren. Den ersten Schritt in die richtige Richtung habe ich in der letzten Woche getan. Am Donnerstag hat mein Yoga Kurs angefangen. Eine Stunde Zeit nur für mich. Meinem Körper tat das sehr gut, ich wusste gar nicht, dass ich so viele Muskeln habe 😀 Nach der Stunde war ich total entspannt und irgendwie gelöst. Ich freue mich schon auf die nächste Stunde.

„Achtsam mit sich umzugehen ist nicht die schlechteste Art sein Leben zu gestalten. Tu deinem Körper des Öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ – Teresa von Avila

Die Untersuchung verlief für mich übrigens ohne krankhaften Befund. Das war gleich doppeltes Wohlfühlglück in dieser Woche. Ich habe meine „Aufschieberitis“ erfolgreich überwunden und mir Zeit für meinen Körper genommen.

Bis bald,

eure Anke

Mit Freunden teilenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

2 Kommentare zu “Immer wieder sonntags #15

  1. Oh wie schön, dass Ihnen die Yoga-Stunde so gut getan und gefallen hat – das freut mich richtig. Es ist so eine wunderbare Möglichkeit abzuschalten und sich selbst etwas Gutes zu tun. Herzlichst, Anita F-M

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *