Immer wieder sonntags #18

15. Februar 2015

In dieser Woche sind mir Dinge passiert, die mich zum Nachdenken angeregt haben: Was sind eigentlich Grenzen und wozu sind sie da? Fangen wir mal mit den ganz einfachen Dingen an. Ich setze mir meine räumlichen Grenzen selbst, indem ich mich in meine eigenen vier Wände zurückziehe. So zeige ich meinen Mitmenschen, dass ich meine Privatsphäre brauche. Wenn ich zudem noch einen Zaun um ein Grundstück ziehe, zeige ich den Mitmenschen: Bis hier und nicht weiter, das ist meine Terrain. Möchte ich mich mal mental zurückziehen, suche ich mir einen schönen Ort, an dem ich entspannen kann, meine Ruhe habe und gönne mir einen Moment zum Durchatmen. Sich im Alltag selbst Grenzen zu setzen, aber auch anderen welche zu setzen, ist unglaublich wichtig für das eigene Wohlbefinden.

Was passiert, wenn die eigenen Grenzen überschritten werden oder man sie sogar selbst überschreit, das habe ich in letzter Zeit nur allzu oft mitbekommen. Vor einiger Zeit hatte ich in dem Haus, in dem sich mein Kosmetikstudio befindet, einen speziellen Nachbarn. Dieser hat mehr als einmal seine Grenzen überschritten. Er war übergebührend laut und hat mit seiner Präsenz sehr viel mehr Raum eingenommen, als ihm zu stand. Das war für mich, als Nachbarin, außerordentlich lästig und störend.

Als ich gestern Abend nach unserem Küchenkaufmarathon, um 19:00h noch etwas beim Schlachter einkaufen wollte, bediente mich eine sehr freundliche Verkäuferin. Diese war aber um diese Uhrzeit physisch und psychisch an ihre Grenzen gekommen. Sie war nicht bei der Sache und musste ständig nachfragen. Wir kennen das alle, ab einem bestimmten Punkt wird man unkonzentriert und braucht dringend Entspannung. Wenn sie auf ihren Körper hätte hören können, wäre sie schon längst zu Hause gewesen.

                      Grenzen1           Grenzen3           Grenzen2

Es gibt aber auch Menschen, die häufig an ihre Grenzen gehen und welche, die ihre Grenzen ständig überschreiten. Bei unserem Hausbau habe ich mir natürlich auch Grenzen gesteckt und bin auch an diese gestoßen. Auch in der letzten Woche. Man denkt immer „Ach, das schaffst du schon.“ Aber meine Work-Life-Balance war aus dem Gleichgewicht geraten. Ich versuchte diese bei meiner Yogastunde wieder herzustellen und Ruhe zu finden. Allerdings bekam ich eine Übung nicht hin und das ärgerte mich tierisch. Ich bin einfach sehr ehrgeizig, das kann ich schlecht abstellen. Meine Yogalehrerin bemerkte dies und kam auf mich zu. Sie sagte etwas sehr Entscheidendes: „Du musst lernen auf deinen Körper zu hören. Und wenn dir dein Körper hier die Grenzen zieht, dann musst du das akzeptieren.“ Und recht hat sie! Je eher man versteht, wo die eigenen Grenzen liegen und vor allem diese akzeptiert, desto besser ist es für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.

In ein paar Monaten bin ich wieder mit dem Wohnmobil auf meiner Lieblingsinsel Sylt. Wenn ich dort abends am Strand sitze, das Kreischen der Möwen höre, auf das unendliche Meer schaue, das in einem gleichmäßigen Rhythmus ans Ufer rollt, und den Sonnenuntergang beobachte  – dann fühle ich mich frei. Das ist mein Wohlfühlglück ohne Grenzen.

Grenzen

Wer keine Grenzen kennt, hat von Freiheit keine Ahnung.“ – Ernst Ferstl

Bis bald,
eure Anke

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