Immer wieder sonntags #22

15. März 2015

Kraft

Wenn ich in den Kalender schaue, überkommt mich ein kleines bisschen Panik. Unser Umzug rückt immer näher. Mit riesigen Schritten kommt er auf uns zu, dabei ist noch so viel zu tun. Nicht nur auf der Baustelle, sondern auch in unserem alten Haus. Mehr als 20 Jahre haben wir dort gelebt. Eine wunderschöne Zeit, in der sich allerdings auch allerhand angesammelt hat. Das kann nicht alles mit umziehen, denn das neue Haus bietet nicht mehr ganz so viel „Lagerkapazität“. Mir graute es schon eine ganze Weile vor dem Tag des großen Ausmistens. Gestern war es dann soweit.

Nach einem kraftvollen Frühstück mit der ganzen Familie ging es auf den Dachboden. Gefühlt lagerte dort unser halbes Leben. Ganz „wichtige“ Sachen wurden dort von Zeit zu Zeit angesammelt. Immer in der Hoffnung – oder eher mit dem Irrglauben – man könne doch noch etwas davon brauchen. Es wurde Zeit, die Dinge zu sortieren. Über mehrere Stationen hinweg trennten wir uns von allerlei Dingen. Die wichtigsten Sachen landeten im „Kinderzimmer“ zur finalen Sortierung. Da waren alte Kindheitserinnerungen, Konfimationskarten (viele von den Absendern sind leider schon verstorben), Fotoalben, Schulbücher und vieles mehr. Wie durch einen inneren Zwang musste ich mir alles angucken – jede einzelne Karte. Das Ganze kostet so viel Zeit und Kraft.

Einige Menschen beklagen gerade in der Frühjahrszeit ihre Kraftlosigkeit. Der Winter nähert sich dem Ende und viele Menschen haben nicht die Kraft mit Energie in die neue Jahreszeit zu starten. Sie tragen Altlasten mit sich herum – genauso wie wir jahrelang Altlasten auf unserem Dachboden gesammelt haben. Sowas ist kräftezehrend.

Ich kann das sehr gut verstehen, schließlich ging es mir gestern auch nicht anders. Sich mit seiner Vergangenheit zu beschäftigen, kostet sehr viel Kraft. Noch mehr Kraft musste ich aufbringen, um mit der Vergangenheit abzuschließen und mich von Dingen zu trennen.

Aber um im Hier und Jetzt zu leben, brauchen wir alle einen klaren Verstand und einen aufgeräumten Geist – ohne große Altlasten. Auch wenn der Weg gestern kräftezehrend war, hat es sich gelohnt. Heute geht es mir nach unserer großen Ausmistaktion sehr gut und ich kann mit viel innerer Kraft neue Wege gehen – mein Wohlfühlglück der Woche.

Bis bald.

eure Anke

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4 Kommentare zu “Immer wieder sonntags #22

  1. Liebe Anke,

    ja, umziehen bedeutet Altlasten loszuwerden. Man lässt dabei alles noch einmal Revue passieren, die ganzen Jahre, die schönen und weniger schönen Dinge. Aber zurückblicken ist zu anstrengend, deshalb gar nicht lange aufhalten und aussortieren. Ihr habt ja ein tolles spannendes Ziel.
    Gute Nerven noch bis dahin.

    Eine gute Woche für Dich, Andrea

  2. So ein Umzug ist finde ich wirklich immer eine große Sache. Ich weiß noch, wie ich von meiner WG in die erste eigene Wohnung gezogen bin. Ich hatte zwar nicht richtig viel, aber trotzdem war ich ganz gestresst und brauchte dann eine Weile mich im neuen Heim zurecht zu finden.
    Mit dieser Frühjahrsmüdigkeit kämpfe ich auch noch. Aber jeden Tag wird es besser.
    Hab einen schönen Sonntag, Ela

    1. Man wundert sich echt immer, wie kräftezehrend das alles ist. Aber mit der Sonne erwacht auch langsam meine Energie und die Vorfreude macht es auch alles einfacher.
      Liebe Grüße
      Anke

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