Immer wieder sonntags #5

16. November 2014

Über das Lächeln und die Dankbarkeit im Leben…

Ich habe euch am Anfang von Wohlfühlglück angekündigt, dass es hier nicht nur Mode oder Make-Up-Trends gehen wird. Hier werden auch Themen aus dem täglichen Leben angesprochen. Etwas zum Nachdenken, auch manchmal aus Bereichen, die wir im Alltag gerne verdrängen. In meinem Alter (da werden mir manche von euch bestimmt Recht geben) hat man die Erfahrung gemacht, dass sich das Leben nicht immer von der besten Seite zeigt. Durch das eigene Umfeld und persönliche Erfahrungen, wie zum Beispiel das Pflegen der eigenen Eltern, betrachtet man viele Dinge im Leben anders, als noch vor 20 Jahren. So geht es zumindest mir.

Immerwiedersonntags5

Mich hat in dieser Woche ein Gedanke ganz besonders nicht losgelassen.

Auf einer Internetplattform ging es um das Schicksal einer kleinen Familie. Viele der User haben der jungen Frau dort ihr Mitgefühl ausgesprochen und sie auf diese Weise unterstützt und ihr Mut zugesprochen. Auch ich habe mich hingesetzt und wollte ein paar liebgemeinte Zeilen schreiben.

Und zack, da waren sie wieder, diese Selbstzweifel. „Wie willst du denn dein Mitgefühl zum Ausdruck bringen, du kennst doch die Frau gar nicht?“ „Mach dich doch nicht lächerlich.“ „Die kommen auch ohne dich ganz gut zurecht.“ Ich habe dann alles zur Seite gelegt und bin ins Studio gefahren. Es ließ mich jedoch den ganzen Tag nicht los. Immer wieder musste ich darüber nachdenken. Auch über mich selbst. Wie sieht es denn überhaupt mit der Hilfe anderer Menschen aus? Gibt es die bedingungslose Hilfe überhaupt noch? Kann ich auch meine Hilfe anbieten, ohne etwas dafür zurück zu bekommen? Oder werden wir alle von der Ellenbogengesellschaft überrollt?

Ich finde das ist eine gute Frage, besonders 38 Tage vor Weihnachten. In ein paar Tagen beginnen die ersten Weihnachtsmärkte und überall wird dann wieder für Projekte gesammelt. Steckt ihr auch etwas in die Sammeldosen? Nur um euer Gewissen zu beruhigen oder aus vollem Herzen? Es gibt in Deutschland fast 13 Millionen Ehrenamtliche, die ihre Hilfe umsonst anbieten und sich freiwillig engagieren. Solche Leute finde ich bewundernswert. Vielen Dank dafür! Natürlich hat jeder von uns im Alltag sehr viel mit sich selber zu tun. Aber letztendlich sind es doch oft schon Kleinigkeiten, mit denen man jemand glücklich machen kann und die einen auch selbst glücklich machen. Dafür muss man sich nicht mal freiwillig engagieren. Das kann man ganz einfach nebenbei machen. Das Lächeln eines anderen Menschen im Vorübergehen, ein freundliches Guten Morgen, ein bereitgestellter Kaffee im Büro, ein aufrichtiges Kompliment. All das sind Dinge, über die zumindest ich mich sehr freuen kann und mit denen man mir einen schönen Moment zaubert.

Ich freue mich auch, wenn ich einen gutgelaunten Menschen sehe und auch wenn mir jemand die Tür aufhält, mir in den Mantel hilft oder ein freundliches Wort für mich hat. Solche Kleinigkeiten können einen ganzen Tag besonders machen. Hilfe anzubieten, die keiner vorher erwartet hat, einfach mal da zu sein, wenn es eng wird… Das sind für mich glückliche Momente.

Als ich gestern am späten Nachmittag meinen Wocheneinkauf machte (ist eigentlich nicht meine Zeit, aber vorher war Gartenarbeit angesagt), hatte ich an der Kasse eine ältere Dame vor mir. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir (die Dame und ich) nicht die einzigen an der Kasse waren. Jeder in der Schlange machte ein ungeduldiges Gesicht oder schob dem Vordermann/- frau den Einkaufswagen in die Hacken, mit der Vorstellung, dass es dann schneller voran geht. Die ältere Dame musste diese missbilligen Blicke gespürt haben. Dadurch wurde sie noch viel nervöser, ließ alles fallen, sodass das Auspacken sehr viel länger dauerte. Als ich ihr dann beim Auspacken und beim Einpacken ihrer Einkäufe behilflich war, strahlte sie mich aus vollem Herzen an und bedankte sich bei mir. So habe ich mit einer wirklich kleinen Tat einem Menschen eine Freude bereitet. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit ihr zu helfen, denn schließlich werde ich auch älter und würde mich auch freuen, wenn es jemanden gibt, der mir hilft. Dieses Gefühl der Dankbarkeit aus dem täglichen Leben war mein Wohlfühlglück in dieser Woche!

Übrigens habe ich noch am gleichen Abend der jungen Frau ein paar liebe Worte über die Internetplattform zugesandt. Einfach, weil ich mich auch darüber freuen würde.

„Das Lächeln, was du aussendest,
kehrt zu dir als Glück zurück.“

(Aus Indien)

Bis ganz bald,

Eure Anke

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