Über einen Kinobesuch

10. Januar 2016

Immer wieder sonntags #51

Ich war im Kino. Warum ich mich ausgerechnet mit dieser Meldung aus der Online-Pause zurück melde?
Ich bin keine regelmäßige Kinogängerin. Ich kann vermutlich an einer Hand abzählen, wie oft ich in den letzten Jahren im Kino war. Dieses Mal wollte ich aber unbedingt diesen einen Film sehen. Den Film zu einem Buch, mit dem ich wunderbare Stunden auf der Couch verbracht habe. Im Winter gibt es für mich nichts schöneres, als es mir auf dem Sofa mit einem guten Buch gemütlich zu machen und dabei einen duftenden Tee zu trinken. Und dieses Buch hat mir ganz besonders schöne Stunden bereitet – auch wenn ich es nicht gelesen, sondern eher regelrecht verschlungen habe.

Wohlfühlglück_Jakobsweg_Ich bin dann mal weg_Anke

Es geht um das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling. Als das Buch vor einigen Jahren rauskam, erlebte der Volkssport Wandern einen förmlichen Hype. Das Buch zu kaufen war damals ein absolutes Muss für mich – beschäftigte ich mich doch nicht nur gerne mit dem gehypten Wandern, sondern auch mit dem Thema Achtsamkeit. Ich erinnere mich, dass mich damals schon der Klappentext ungeheuer neugierig gemacht hat. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Auf dem Jakobsweg bekommt man nicht nur Blasen an den Füßen, man ist auch gezwungen, sich mit sicher selber auseinanderzusetzen. Eine gute, wenn auch extreme Mischung aus Sport, Dauer, Achtsamkeit und einer Neudefinition seiner eigenen Grenzen – so verstand ich Kerkelings Beschreibung seiner Pilgerreise.

Als ich hörte, dass diese Buch verfilmt werden sollte, war ich darauf natürlich ganz gespannt. Normalerweise halte ich nichts von Buchverfilmungen, da Filme oft nicht annähernd an die originalen Bücher herankommen. Aber diesem Film wollte ich eine Chance geben, einfach weil ich das Buch so sehr mochte. In der Zeit vor Weihnachten weckten dann die Ankündigungen in den Medien endgültig meine Neugier.

12544805_927382153978220_1352066487_oDer Weihnachtsmann hat das offensichtlich mitbekommen, denn unter unserem Weihnachtsbaum fanden sich zwei Karten für den Film. Ich war total happy. Auch wenn die ersten Kritiken, die ich gelesen hatte, nicht all zu berauschend waren. Ich wollte dem Film unbedingt eine Chance geben – ich bilde mir schließlich sonst auch immer selbst eine Meinung und hör nicht all zu gerne auf andere.

Letztendlich war aber auch ich sehr enttäuscht vom Film – er war streckenweise sehr langweilig und das Thema, was mich so am Buch begeistert hat – sich selber mal unter die Lupe zu nehmen und sich auch mit unbequemen Dingen auseinander zu setzen – kam für mich überhaupt nicht zum Zuge. Ich hätte mir mehr Zwiegespräch gewünscht. Dieser Weg, so kam es für mich im Buch rüber, sollte Probleme lösen und neue Wege aufzeigen – der Film hingegen beschäftigte sich mehr mit dem Tourismus auf dem Jakobsweg.
In Zukunft bleibe ich dann doch eher wieder bei gemütlichen Lesestunden auf der Couch und überlasse die Filmversionen anderen.

Wie geht es euch mit Buchverfilmungen? Und noch mehr interessiert mich: Hat jemand damals das Buch gelesen? Und hat schon jemand den Film geschaut?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und wünsche euch einen schönen Sonntag.
Bis bald,
eure Anke

P.S. Wenn mir mal der Kopf rauscht und ich einmal Klarheit in mein Leben Bringen will und muss, gehe ich im übrigen meinen eigenen „Jacobs-Weg“ (siehe Foto). Da bin ich alleine und kann mich mit Problemen auseinandersetzen – und nur Shila darf mich begleiten 😉

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20 Kommentare zu “Über einen Kinobesuch

  1. Hallo,
    ich habe das Buch nicht gelesen, sondern nur den Film gesehen. Ich war also völlig „unbelastet“ und ohne Erwartungen. Mir hat der Film sehr gut gefallen, ein leiser Film, der ohne spektakuläre Szenen, ohne aufregende Handlung auskommt. Sehr schön fand ich, dass eigentlich zwei Geschichten erzählt wurden: die von Hape und die von Lena, der Journalistin. Als Mutter einer jugendlichen Tochter ging mir Lenas Geschichte ziemlich nahe, ich habe sogar ein paar Tränen geweint. Am Ende des Films war es ganz ruhig im Kino, und alle blieben sitzen. Ein Zeichen, dass der Film auch andere berührt hat.

    1. Es freut mich, dass dir (und auch anderen) der Film gefallen hat :) Das ist ja sowieso immer ein bisschen Geschmackssache und ich war ja auch nicht wirklich unbelastet 😉 Vielleicht hatte ich einfach zu große Erwartungen. Aber das Buch wird dennoch einer meiner Allzeit-Lieblinge bleibem. Kann ich nur empfehlen! LG Anke

  2. Hmm…. Gewandert bin ich als Kind. 100 e von km. Das kickt mich jetzt nicht mehr.
    Macht mir keinen Spaß, in dem Sinn. Und Bergwandern noch weniger. Lieber noch Radeln. Oder gleich (Step)aerobic. Zur Musik bewegen.
    Wenn ich nachdenke, lege ich mich ins Bett und gucke an die Decke. Meist schlafe ich darüber ein. Und wenn ich aufwache, habe ich die Lösung.
    Ja. Es gibt Filme die sind besser als das Buch. Und Bücher die sind besser als der Film (z.B. Chocolat fällt mir dazu ein). Das Gegenbeispiel ist Herr der Ringe. Ich habe das Buch als Teenager gelesen. War ok. Aber jetzt kein Must. Die Filme hingegen haben mich sehr berührt.
    LG Sunny

    1. Das mit der Lösung über Nacht gefällt mir sehr gut – ich wünschte ich könnte das auch. Ich schlaf leider nie darüber ein, sondern grübel ewig. Und dann wird es eher so eine Sorte Schlaflose Nacht.
      Stimmt, die Umkehrseite ist von Büchern und Filmen ist mir gar nicht so eingefallen. Wenn man darüber nachdenkt, kommt man aber doch auf so ein oder zwei gute Beispiele :) LG Anke

  3. Kenne weder das Buch noch den Film, kann mich aber noch an den großen Erfolg des Buches erinnern.
    Generell lese ich lieber als Filme zu schauen. Aber es gibt ja immer die berühmten Ausnahmen. Ich lese gerne Faulkner, die Verfilmung von dem Titel „As i lay dying“ hatte mir z.B. sehr gefallen :)

    Liebe Grüße!

    1. Da geht es mir ganz genauso wie dir! Der Besuch hat mich bestätigt – ich bleibe tendenziell lieber mit Buch auf der Couch als im Kino zu sitzen. Aber ab und zu ist Kino doch eine nette Abwechslung. Ganz nach dem Motto „Ausnahmen bestätigen die Regel“ sind ja doch immer wieder nette Sachen dabei. LG Anke

  4. Auch ich habe vor Jahren Hapes Buch „Ich bin dann mal weg“ sehr gerne gelesen – UND jetzt auch den Film im Kino gesehen – und ich war NICHT enttäuscht. Trotz der allgemein nicht so prickelnden Kritiken im Vorfeld wollte ich mir selbst ein Bild machen, und ich fand den Film unheimlich entspannend. (Ich stehe allerdings auch nicht so auf Action- und Baller-Filme!) Ich mochte die Kameraführung, die tollen Landschaftsaufnahmen am Jakobsweg und die nicht zu überladenen Dialoge mit wenigen Schauspielern im Fokus. Auch Devid Striesow hat mir als Schauspieler sehr gefallen. Für mich war es ein toller Kinoabend, nach dem ich mit einem Grinsen aus dem Kinosaal ging (und Popcornkrümeln an unmöglichen Stellen!). 😉 Liebe Grüße von Heike.

    1. Liebe Heike, das freut mich sehr für dich :) Gott sei dank ist ja alles eh eine Geschmackssache, und die tolle Story hat es ja wirklich verdient, dass sie auch beim Publikum gut ankommt. Vielleicht hatte ich einfach falsche Erwartungen. LG Anke

  5. Das Buch von Hape habe ich auch gelesen und fand es großartig. Gerade darum werde ich mir den Film nicht ansehen. Ich finde die Idee, diesen Film mit einem anderen Schauspieler als Hape Kerkeling zu besetzen, ziemlich seltsam. Da reicht mir mein Kopfkino aus dem Buch. Wenn dich das Thema „Jakobsweg“ generell interessiert, empfehle ich den Film „Dein Weg – Vom Suchen und Finden auf dem Jakobsweg http://amzn.to/1TOYhIf Großartige Bilder, berührende Story, Prädikat „besonders wertvoll“. Und ja, „mehr Kino“ gehört 2016 zu meinen guten Vorsätzen, darum dankeschön für diese Filmkritik :-)

    Liebste Grüße,
    Valérie

    1. Du sagst es, liebe Valérie. Die Besetzung mit Hape hätte mir auch wesentlich besser gefallen. Aber es war auch einfach sonst nicht, dass was ich mir erwartet hatte bzw. dass was ich am Buch so sehr schätze. Danke dir für den Film-Tipp :) Das kommt definitiv auf die To-Do-Liste für 2016 – der Winter soll ja noch etwas bleiben; da bietet sich ein netter Filmabend ja regelrecht an. Liebe Grüße, Anke

  6. Wie schade, dass der Film nicht genauso gut ist, wie das Buch. Leider ist das ja oft der Fall. Das Buch habe ich ebenso wie du regelrecht verschlungen.

    liebe Grüße
    Rebecca

    1. Ich war leider auch etwas enttäuscht. Aber wie man an den sehr unterschiedlichen Kommentaren hier sieht, ist es halt doch eine Geschmacksfrage – wie alles im Leben. Ich will keinem von dem Film abraten; ich war einfach nur für mich persönlich enttäuscht. Wahrscheinlich hatte ich zu genaue Vorstellungen im Kopf – darum rate ich jedem, der den Film noch sehen will, und das Buch schon verschlungen hat, einfach offen ins Kino zu gehen. Vielleicht hat man dann einen anderen Eindruck als ich. Oder man bleibt einfach beim Buch 😉 LG Anke

  7. Liebe Anke,
    wir teilen schon mal, dass es auch für mich im Winter immer toll ist, es mir mit einem schönen Buch und einer warmen Tasse Tee (oder auch mehreren) auf dem Sofa gemütlich zu machen.
    Der Film hat mich auch total neugierig gemacht. Jetzt bin ich angefixt und hoffe, dass ich es bald schaffe, ihn anzuschauen.
    Hab‘ noch einen schönen Sonntagabend.
    Liebe Grüße, Katrin

    1. Ich wünsche dir viel Spaß in dem Film :) Und natürlich auch jederzeit mit einem schönen Buch und lecker Tee auf der Couch! LG Anke

  8. Ich muss sagen, dass ich beim Buchverfilmungen sehr oft enttäuscht bin. Die Feinheiten des Buches kommen für mich einfach nicht genug rüber beim Film. Ich lese aber auch generell immer erst das Buch bevor ich mir einen Film anguck. Vielleicht liegt da der Fehler 😉
    Hab noch einen schönen Abend, am Besten mit einem guten Buch.
    Ela

    1. Das ist tatsächlich vielleicht der Fehler. Aber da mir Lesen immer besser gefällt als einen Film zu schauen, bleibe ich dabei :) LG Anke

  9. Liebe Anke,

    auch ich habe das Buch von Hape Kerkeling damals verschlungen. Es ist eins der Bücher, die ich immer wieder lesen kann. Für´s Auto hatte ich mir sogar das Hörbuch gekauft – unter anderem weil es von Hape selbst gesprochen wurde.
    Schon beim Lesen des Buches merkte man, dass er die Zeilen wirklich selbst geschrieben hatte. Teilweise kam es mir so vor als würde er neben einem sitzen und mir die Geschichte selbst erzählen.

    Ich war sehr erstaunt, als ich erfuhr, dass das Buch verfilmt werden sollte. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es mir im Kino angucken sollte. Noch bin ich hin und her gerissen: kann der Schauspieler das Wesen von Hape widerspiegeln? Wird er den persönlichen Weg von Hape glaubhaft darstellen können?
    Deine Erfahrung mit diesem Film hat mich eher dazu ermutigt den Film zumindest nicht im Kino anzusehen. Ich werde geduldig warten, bis er irgendwo im Fernsehen zu sehen sein wird.

    Bis dahin werde ich mich in sein neues Buch „Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich“ stürzen. Bin schon gespannt ob es mich genau so mitreißen kann wie das erste!

    Liebe Grüße
    Yvonne

    1. Das ist doch auch eine gute Lösung :) Zuhause mit einem lecker Tee auf der Couch ist es eh am gemütlichsten. Danke für den Tipp mit dem neuen Buch – das ist bisher an mir vorbeigegangen. Sollte ich schnell ändern. Viel Spaß dir damit und liebe Grüße, Anke :)

  10. Liebe Anke, für nächste Woche habe ich mir den Film ganz oben auf die To-Do-Liste gestellt. Vor einigen Jahren hatte ich das Buch ebenfalls „verschlungen“. Ich hoffe, dass der Film ähnlich gut wie das Buch sein wird. Schön, wie Du über den Film berichtest :-) – Dein Blog ist immer wieder so spannend. Herzlichst Martina

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