Wagen und winnen

20. März 2016

Immer wieder sonntags #59

Wohlfühlglück-Anke-Risiko-Leben

Letztens in Soltau ist mir dieses Denkmal aufgefallen. Natürlich war sofort mein Handy gezückt und das Bild im Kasten. Den ganzen Tag über ging mir dieses Motiv aber nicht mehr aus dem Kopf. Was möchte uns der Künstler sagen? Soll es auf eine Zerreißprobe hindeuten?

Mir ist es in meinem Leben schon oft genug passiert, dass ich mir nicht sicher war, das Richtige zu tun. Ich kenne das. Mich für eine bestimmte Richtung zu entscheiden. Damit vielleicht auch Menschen in meinem Umfeld zu enttäuschen oder gar zu verletzen. Oder dann auch gleich wieder Zweifel zu haben, ob der eingeschlagene Weg auch der Richtige ist. Diese Gedanken, was passieren würde, wenn sich herausstellt, dass ich mich getäuscht habe? Werden mich die Menschen dann wieder mit offenen Armen auffangen und annehmen, oder werden Sie mich abwehren? Stehe ich dann ganz alleine da? Wie oft haben mich diese Gedanken in früheren Jahren beschäftig!

Die Wende
Jetzt in der zweiten Lebensmitte bin ich etwas risikofreudiger. Wenn ich mich für etwas entschieden habe, gehe ich diesen Weg auch – entweder mein“ Umfeld“  begleitet mich dabei oder eben nicht. Menschen, die überhaupt keine Traute haben im Leben etwas zu riskieren, sind nichts für mich. Entschuldigt bitte, wenn ich jetzt so direkt bin, aber bei Wohlfühlglück wird halt auch mal Klartext geschrieben.  Natürlich muss Frau/ Mann sich über die Konsequenzen, was das eigene Handeln angeht, im Klaren sein. Und ganz wichtig es, dann auch etwas durchzuziehen und den Mut zu haben ein paar Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich auf jeden Fall lohnt auch ein bisschen Risiko mit in das Leben einzubauen. Denn eins ist ja klar: egal wie es ausgeht, Frau gewinnt an Lebenserfahrung.

Zusammen ist es einfacher
Aber beim nochmaligen Anschauen fällt mir noch etwas ganz entscheidendes auf. Die eine Figur hat sich vielleicht ein wenig zu viel zugetraut, hat sich überschätzt. Das kann jedem von uns passieren. Aber was macht die zweite Figur auf dem Stein? Sie zieht mit aller Macht den Herabstürzenden wieder zu sich auf den Stein. Reicht ihm sozusagen die Hand, damit er nicht tiefer stürzt und vollständig den Halt verliert. Das ist doch ein sehr schöner Gedanke. Liebe Menschen um sich zu haben, die einem die Hand reichen und Mut zusprechen, wenn es mal nicht so gut im Leben läuft – das ist etwas wunderbares! Und ich kann an dieser Stelle sagen, dass ich eine wundervolle Familie habe, wo der eine immer für den anderen da ist.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Frühlingsanfang.
Bis bald,
eure Anke

P.S. „Wagen und winnen“ ist übrigens ein Teil des Wahlspruchs der Bremer Kaufleute und bedeutet auf hochdeutsch „wagen und gewinnen“.

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3 Kommentare zu “Wagen und winnen

  1. Das hast Du schön geschrieben. Und der Künstler würde sich sicher freuen, dass sich jemand Gedanken dafüber macht. Ja, Mut im Leben zu haben für Neues oder für ungewöhnliche Wege finde ich sehr wichtig. Selbst wenn es sich als falsch herausstellen sollte. Aber was ist schon falsch.. wenn man es ganz philosophisch betrachtet… und Du hast völlig recht: Selbst wenn man etwas dabei verliert, gewinnt man doch immer ein Stück mehr Lebenserfahrung hinzu.

  2. Wir stehen gerade vor einer Familien-Entscheidung die mich ein wenig so fühlen lässt wie auf deinem Bild. Was wenn ich mich für was falsches entscheide. Aber das ganze grübeln bringt irgendwie keine Richtung. Nun hab ich was entschieden und sagte dazu, falls es falsch war, dann schließt es vielleicht eine Tür, öffnet aber sicher auch eine andere.
    Den vermutlich kann es so schlimm nicht werden, wie ich mir manchmal ausmale 😉
    Schön, dass du das risiko nicht scheust und rückhalt hast.
    Liebe Grüße Ela

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